Bärbel, your my Honeybee

Ein Klettercomicbild von Erbse - Jenny beim Klettern von Bienen verfolgt

Comicbild "Don't move!" von Erbse

Ein schöner Aufstieg zum Breitenstein

Am 26.05.2016 sind wir gegen frühen Nachmittag in Königstein in der Oberpfalz auf dem Kletterfestival Frankenjura angekommen.

Schnell den Wagen abgestellt, einmal durch die Expo im Naturbad Königstein gelaufen und rasch zurück zum Auto, die Klettersachen geholt und zu Fuß zum Breitenstein gelaufen.

Der Weg vom Ort zum Breitenstein lässt sich zu Fuß, zum Teil auf Wanderwegen, in ca. 15 Minuten zurücklegen. Ein ungemeiner Vorteil: Durch das ständige leichte Bergangehen ist man gleich erwärmt, wenn man am Felsen ankommt.

Der Weg führte vorbei am Thorstein, wo wir schon einige Kletterer im Wald erkennen konnten, weiter über einen kleinen Pfad am Waldrand, von wo aus man schon gut die Burg Breitenstein sehen konnte. Der Kletterfelsen befindet sich direkt unterhalb der Burganlage an natürlichen fränkischen Kalkfelsen.

Von hier ging es noch einmal auf einem schmalen Pfad durch den Wald, der uns direkt neben dem Kletterfelsen "ausspuckte".

SummSiSummSiBrummSiSumm

Wir liefen direkt zum Felsen, wo wir mehrere Seilschaften trafen.

Irgendwoher hörten wir ein konstantes Summen und Brummen, welches wir erstmal ignorierten. Beim Umsehen an den Felsen jedoch, stellte sich recht schnell heraus, dass an der rechten, leicht überhängenden Wand heute wohl niemand klettern konnte. Ein Schwarm Wildbienen hatte sich in zwei großen, für eine der Routen auch wichtigen Löchern, eingenistet und es herrschte, wie bei Bienenvölkern so üblich, ein reges Kommen und Gehen.

Davon wollten aber weder wir, noch die anderen Seilschaften uns von unserem Vorhaben abbringen lassen. So wurden alle Neuankömmlinge gleich gewarnt, dass die betreffende Wand wohl derzeit nicht beklettert werden kann. Trotz der vielen Kletterer, wurden sich alle Seilschaften schnell einig, wer an welcher Route klettern konnte und welche Seilschaft ggf. danach in die Route einsteigen wollte.

Wir entschlossen uns, da wir ja schon warm waren, uns gleich mal mit der Route "Bärbel", einer feinen 5+ zu befassen. Die Beschreibung im Kletterführer sagte aus, dass der Einstieg wohl das schwerste sei. Genau so sah der Fels auch aus. Nach einem Einstieg an großen, aber weit entfernten Griffen, der auch noch über einen Bauch führt, gelangt man in eine Art Bucht. Diese Bucht ist so geformt, dass der Oberkörper schon wieder aus der Wand gedrückt wird, sobald man die Füsse sicher stehen hat und sich aufrichtet. Dann gilt es noch einen Bauch zu überwinden. Ab da sah die Route dann schon sehr einfach aus. Gestuftes Gelände bis zum Umlenker.

Wir machten uns bereit, und mein Lieblinbskletterpartner musste mal wieder vorsteigen (jaja, ihr habt ja recht, wenn ihr jetzt sagt, dass ich an der Vorstiegsangst wohl mal arbeiten solle, und dass ein Druchstieg im Toprope ja keinen wirklichen Unterschied darstellt).

Nach dem er oben war, band ich mich ein und kletterte los. Der erste Bauch war überwunden, in den Überhang konnte ich mich gut hineinziehen und kam auch wieder gut heraus. Auf dem nächsten Bauch konnte ich dann leider den einen Griff nicht erreichen und musste ein wenig mehr überlegen, schaffte dies jedoch ohne mich ins Seil zu setzen. Ich hatte die Stelle dann durch ein gekonntes Stützen lösen können und stand bequem auf einem kleinen Band. Meinen Arm schob ich schonmal weiter nach oben in Richtung des nächsten Griffs, als mein Sicherungsmann rief "Nicht bewegen!". Ich packte noch zu, und guckte dann fragend zu ihm. Er erklärte mir, dass der Windstoss gerade einige der Bienen aus der anderen Wand in meine Richtung geweht hatte... Und in dem Moment spürte ich auch schon einen stechenden Schmerz im rechten Arm.

AUTSCH!

Da hatte ich doch wirklich blöderweise eine der Bienen zwischen Arm und Fels eingeklemmt, und die versuchte nun natürlich sich zu wehren. So ein Mist.

Bis ich mitbekam, was wirklich los ist, dauerte es etwas... Ich sagte meinem Kletterpartner bescheid und er machte "zu", sodass ich erstmal in Ruhe im Seil sitzen konnte um den Stachel zu entfernen.

Er fragte mich dann, ob ich runter wolle, oder weiter klettern. Ich raffte mich, trotz pochenden Schmerzen im Arm, auf und kletterte weiter. Als ich dann unten war, ärgerte ich mich etwas, dass diese Sache passierte. Ich hatte den Eindruck, dass zu dem Zeitpunkt des Stichs, der für mich schwerste Teil der Route geschafft war. Ich hätte sie also ohne diesen Zwischenfall vermutlich im ersten Versuch durchsteigen können.

Der Durchstieg

Mein Kletterparnter beschloss, die Route selbst noch einmal im Toprope zu klettern. Ich habe ihn gesichert.

Währenddessen wurde wohl im Naturbad ein SoundCheck durchgeführt und wir konnten am Breitenstein unter der Begleitung von der Musik von Erbse klettern.

Danach war ich erneut dran. Wieder das gleiche Vorgehen. Ein boulderiger Einstieg, das Loch, der nächste Bauch, Aufstehen mit Stützen. Dann etwas Aufregung, denn nun sollte ich hier ja keine Pause einlegen, und der Schreck vom Bienenstich saß noch tief.

Der Rest der Route war dann aber mehr oder minder ein Spaziergang und ich habe eine weitere 5 auf der Liste von 100 abhaken können.

Für diesen Tag sollte es mit dem Klettern dann aber genügen, denn mein Arm tat weh, wurde heiß und wir liefen lieber zurück um den Stich zu versorgen.

Das wars dann wohl

Am nächsten Tag war der gesamte Arm rot. Erstmal konnte ich das noch gut ignorieren. Beim Versuch klettern zu gehen merkte ich jedoch schnell, dass ich viel weniger leistungsfähig war als davor.

Die Befürchtung wich langsam der Gewissheit. Der verdammte Stich hat sich schlimm entzündet. Somit beschloss ich mit dem Klettern erstmal halblang zu machen, zumal am Abend ja noch der Boulderworkshop mit Philipp Hans stattfinden sollte. Dazu aber mehr in den nächsten Tagen in einem separaten Artikel.

Danke Erbse

Nachdem der Stich leider dann noch mit Cortison behandelt werden musste, war dann das Klettern ab dem Samstag leider gänzlich vorbei. Zum Trost hat mir Erbse aber das tolle Titelbild gezeichnet!

Danke dafür. Ich freue mich immernoch sehr darüber!

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Tags : #Frankenjura, #Königstein (Obpf.), #Klettern, #Climbing, #Die Challenge, #100 x 5, #Kletterfestival, #2016,