Dreimal Bielatal und zurück - Der 2. Akt

Herkulessäulen im Bielatal mit Kletterern

Von Deutsche Fotothek, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7939929

Es vergingen die frühen Herbstwochen und wir reisten durch Spanien und Portugal um noch ein paar Wochen Sonne geniessen zu können. Mitte November kamen wir wieder zu Hause an und wir hatten uns langsam damitabgefunden, dass die Kletterei im Freien in diesem Jahr wohl vorbei sein würde. Glücklicherweise versprach der Wetterbericht noch einmal Sonnenschein und über 15 Grad für das Wochenende, mit dem Hinweis, dass es wohl der letzte warme Sonnentag des Jahres sein wird.

Da liessen wir uns natürlich nicht lange bitten. Ein Plan musste her und so diskutierten wir, wohin wir am Wochenende zum Klettern fahren könnten. In unserem Kletterführer für den Großen und Kleinen Zschand waren die Wege eher über unserem Niveau. Weiter wegfahren wollten wir aber eigentlich auch nicht. Und ausserdem hatten wir da ja noch eine Rechnung mit der kleinen Herkulessäule offen. Der Entschluss stand, und so starteten wir am frühen Samstag Nachmittag wieder in Richtung Bielatal.

Noch weit vor dem Parkplatz an der Ottomühle gab es einen riesigen Stau. Einige Wagen wollten die kleine Strasse in Richtung der Landstraße verlassen, andere wollten auf die gut gefüllten Parkplätze fahren. So dauerte es einige Zeit, bis sich der Knoten löste und wir bis zum Parkplatz vor fahren konnten.

Der Zustieg ging diesmal bedeutend schneller, wir wussten ja immerhin schon, wo wir hin wollten. Und ein Seil hatte wir diesmal auch dabei. Am Einstieg angekommen machten wir uns bereit. Noch ein letztes Mal guckten wir in den Führer und versuchten uns den Weg einzuprägen. Frank stieg vor und auf dem Block holte er mich schon nach. Oben haben wir uns über den Weg beraten. Von hier sah alles doch so anders aus als im Kletterführer.

Eine andere Seilschaft die gerade am Abseilen war, war hilfsbereit und beantwortete unsere Frage nach dem alten Weg damit, dass sie zwar auch nicht genau wissen, wo der alte Weg entlang läuft. Sie wussten nur, dass er in der Scharte startet, aus der wir gerade geschlüpft waren. Sie mutmaßten dann, dass wir uns nun an der kleinen Herkulessäule etwas links haltend zum Gipfel bewegen mussten.

Frank erklärte sich bereit auch weiterhin die Führung zu übernehmen. Nicht weit vom Vorblock konnte er die erste Schlinge legen. Von hier querte er ein gutes Stück nach rechts, bis er einen Ring über sich erspähte. Das musste er sein der Weg.

Er bewegte sich vorsichtig aber entschlossen in Richtung des Rings. Langsam zog eine Brise auf, die an Frank zog und die Ausgesetztheit der Stelle spürbar werden lies. Frank legte die erste Pause ein. "Meinste, wir sind hier richtig?" "Klar, von dem was die anderen vermuteten bist du mitten im alten Weg!" "Fühlt sich irgendwie garnicht mehr wie vierer Gelände an..." . Tja, das sah ich als Sicherungsmann auch. Frank steuerte immer weiter vom Ring weg, immer weiter in einen leicht überhängenden Bereich in dem ich auf die Entfernung weder Griffe noch Tritte erkennen konnte.

"Du, irgendwie habe ich hier nix mehr. Weder zum Stehen noch zum festhalten." "Das ist aber unpraktisch." "Ich glaube ich hab mich verlaufen. Ich komm erstmal zurück."

So sicherte ich Frank, beim Abstieg aus dem Gelände.

Was wir bei unserer Planung natürlich nicht bedacht haben war, dass die Sonne im Herbst, zumindest in Deutschland doch schon ein ganzes Stück früher unter geht. Als Frank wohlbehalten wieder bei mir auf dem Vorblock war, fing es langsam. Ein wunderschöner Sonnenuntergang. Leider wurde es aber genauso schnell auch sehr frisch und ich begann fürchterlich zu frieren. Vom Sonnenuntergang ging es über in ein Dämmerlicht und uns dämmerte auch etwas. Nämlich, dass wir heute diese Unternehmung nicht mehr bei Tageslicht vollenden können.

Wir beschlossen durch die Scharte abzuseilen und gemütlich zum Auto zurück zu gehen. Am Parkplatz waren wir nun fast die letzten.

To be continued...

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