Dreimal Bielatal und zurück - Der 3. Akt

Jenny in Alter Weg, Kleine Herkulessäule, Bielatal

Wir schreiben Juli 2016. Es ist also schon eine Weile her, dass wir im Bielatal klettern waren. Eine lustige Fünferrunde fand sich nach Feierabend zusammen um die letzten Sonnenstunden des Tages noch in der Sächsischen Schweiz beim Klettern zu geniessen.

Im Auto fragte unser erfahrenster Mann: "Wer steigt eigentlich vor?". Alle guckten sich vielsagend an, und unserem Begleiter wurde schnell klar, dass er heute das Los des Vorsteigers gezogen hatte. Frank erklärte sich dann auch noch bereit, den ein oder anderen leichteren Weg vorzusteigen.

Bei der Frage, ob wir irgendwelche Wunschwege hätten, kam Frank und mir wieder der alte Weg an der kleinen Herkulessäule in den Sinn. Da hatten wir ja noch einen Sack hängen (so sagt man im sächsischen Kletterjargon, wenn man einen Weg zwar begonnen, aber noch nicht beendet hat). Unser Vorsteiger wollte lieber was anderes klettern, aber erklärte sich bereit, uns bei der Wegsuche zu untertützen. Immerhin hat er den Weg schon mehr als einmal geklettert.

Angekommen an der kleinen Herkulessäule entschloss sich unser Vorsteiger dann doch um. Der von ihm im Führer für interessant befundene Weg war ihm dann doch nicht geheuer und so entschied er, dass er uns den alten Weg an der kleinen Herkulessäule vorsteigen würde. Alle Mitglieder der Seilschaft sollten nachsteigen, also würden wir eine Fünfertraube auf dem Gipfelchen bilden.

Gesagt getan, unser Vorsteiger machte sich auf den Weg. Auf dem Vorblock trafen wir uns erstmal alle wieder und dann ging es auf in den interessanten Teil des Weges, nämlich den Teil, der uns bisher entgangen ist. Als unser Vorsteiger kurz nach dem Vorblock leicht nach links querte wurde Frank und mir dann auch sicher klar, dass wir uns im letzten Versuch mächtig verlaufen hatten. Unser Vorsteiger kam souverän am Gipfel an und der zweite Kletterer startete.

Mir wurde in der Zwischenzeit irgendwie komisch. Aufregung machte sich breit. Ich griff intuitiv hinter mich um meine schweissnassen Hände im Chalkbag zu entsaften um festzutsellen, dass ich keinen bei mir habe, da dies ja auch in den sächsischen Kletterregeln nicht erlaubt ist. Also begann ich mir die Hände im 10-Sekunden-Takt an meiner Hose abzuwischen.

Ich erklärte mich bereit, gleich als nächste zu klettern, sodass ich wenigstens nicht noch mehr aufgeregt werden würde. Ich band mich ein. Wir berieten noch, wie wir die beiden dann verbleibenden sichern würden. Ich band mir das zweite Seil, das wir dabei hatten an eine der Materialschlaufen. "Seil ein!" Das Seil wurde von oben eingezogen und ich fühlte mich gut und fest gesichert. Nach ein paar Anlaufschwierigkeiten verschwand dann auch die Aufregung und der Weg gestaltete sich angenehm. Unser Vorsteiger trug mir auf, die Schlingen gleich mitzunehmen, was ich gerne tat. An einer Stelle konnte ich sogar mein Knie so verklemmen, dass ich ein wunderbar sicheres Gefühl beim Entfernen der Schlinge hatte.

Oben angekommen genoss ich die Aussicht und beobachtete unsere zwei letzten Mitglieder der Seilschaft beim Aufstieg. Frank war der letzte am Seil.

Endlich haben wir, im dritten Versuch, die kleine Herkulessäule über den alten Weg bestiegen. Toll wars und es wird sicherlich noch eine Wiederholung geben.

Zum Abschluss dieses Erlebnisses sind wir noch relativ zügig über den alten Weg auf die Schiefe Zacke gestiegen. Der Sonnenuntergang über dem Gebirge ist wirklich sehenswert.

The End

In
Tags : #Klettern, #Climbing, #Sächsische Schweiz, #Elbsandsteingebirge, #Elbsandstein, #2016,