Osterklettern in der fränkischen Schweiz - Teil 1

The Climbers Who Stare At Goats

Für den diesjährigen Osterausflug sollte es, trotz des noch recht kalten Wetters, in die fränkische Schweiz gehen. Die "Frängische" lockte mit schönen Sportklettereien, gutem Essen und der Hoffnung ein paar der 5er abhaken zu können.

Trotz dass es noch recht früh im Jahr war, wollten wir unser Glück versuchen.

Tag 1 - Karfreitag

Auf der Fahrt in Richtung Fränkische Schweiz sind wir am Abend des Gründonnerstag noch Freunde besuchen gegangen, die auf dem Weg leben. Da das Wetter für den Freitag in der gesamten Fränkischen Schweiz sehr verregnet war, blieben wir noch bis zum frühen Nachmittag bei unseren Freunden, genossen die Wärme in der Küche und kamen dann erst am Abend des Karfreitags in unserer Unterkunft, dem Haus Brigitte in Königstein in der Oberpfalz, an. Nach einem schönen und leckeren Abendbrot sind wir zeitig ins Bett, denn wir wollten am nächsten Tag nicht allzuspät aufstehen um den Klettertag voll auszukosten.

Tag 2 - Ostersamstag

Gut ausgeruht standen wir auf und öffneten die Rollläden. Der Himmel grau, Rauhreif auf dem Rasen, einfach nicht das richtige Wetter für ein Frühstück auf der einladenden Terasse. Wir frühstückten also drinnen und machten uns bald auf den Weg nach Betzenstein, wo wir noch schnell in den RockStore gehen wollten um einen Clipstick zu besorgen mit dem wir bei schweren Routen die wir Projektieren wollen den ersten oder gar die ersten zwei Haken vorklippen können.

Der RockStore bietet neben einer gut sortierten Auswahl an allem Möglichen, was man zum klettern braucht auch eine super Beratung. Neben Tipps zu Ausrüstung und Klettersport bekommt man hier auch gerne ein paar Tipps wo man tolle Routen klettern kann, oder wo bei schlechtem Wetter noch dei größten Chancen auf relativ trockenen Fels bestehen.

Von hier aus fuhren wir das kurze Stück an die Graischer Bleisteinwände. Angekommen mussten wir feststellen, dass das Wasser noch aus allen Löchern lief. Etwas enttäuscht aber angriffslustig haben wir überlegt, was wir tun wollten. Wir haben uns umgesehen und eine schöne 6 (UIAA) gefunden, die nicht ganz so nass aussah. Beim Einsteig dann die Gewissheit. Ich hatte das Gefühl als könne ich das Wasser aus dem Stein wie aus einem Käse herauspressen. Der Aufstieg war mühsam, es war rutschig und einmal flog ich dann doch recht unerwartet von der Wand, da mein Fuß aufgrund der Feuchte einfach vom Fels rutschte. Damit war meine mentale Stäre dann erstmal hinüber und ich wurde weit ängstlicher beim weiteren klettern. Letztlich haben wir beide noch den Umlenker erreicht. Ich habe abgebaut und abgeseilt und wir haben uns entschlossen erstmal in ein Gasthaus zu gehen um dieses Abenteuer zu verdauen.

Auf dem Rückweg hielten wir bei einem Supermarkt um uns um unser Abendbrot zu kümmern. Beim Rauslaufen kam uns dann eine Gruppe entgegen, bei der uns einige Gesichter doch allzu bekannt vor kamen. Ein Trupp aus der heimischen Kletterhalle hatte sich ebenfalls auf den Weg in die Fränkische zum Osterklettern gemacht. Ein lustiger Zufall.

Gegen Abend sind wir dann noch zum Locher Fels, der sich sehr nah am Ort Königstein befindet. Die Beschreibung im Kletterführer klang interessant: "Vor dem Ziegenstall rechts durch das Tor gehen..." An genau dieser Stelle standen, von dem Tor von uns getrennt, eine Herde Ziegen. Wir guckten die Ziegen an, die Ziegen guckten uns an und wir waren uns nicht sicher, ob wir wirklich durch dieses Tor gehen sollten. Als wir die Ziegen lange genug angesehen hatte, und die Ziegen uns, fassten wir Vertrauen und gingen durch das Tor. Von den Ziegen begleitet stiegen wir den Hügel empor wo wir tolle Felsen vorfanden. Leider war es auch hier recht feucht und der Sonnenuntergang war nicht mehr weit. Wir haben uns also noch ein wenig umgesehen und sind dann zurück in unsere Unterkunft, wo wir erstmal die feuchten Kleider gegen trockene Sachen getauscht haben.

Grinsende Ziege

Foto: By Usien (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Im Haus Brigitte gibt es auch einen kleinen Fitnessraum, welchen wir dann am Abend noch verwendeten um ein wenig zu trainieren.

Am nächsten Tag wurde uns der Aufstieg durch den Ziegenstall von lokalen Kletterern bestätigt. Dazu bekamen wir den Hinweis, dass wir unser Essen immer gut verpacken sollten. Die Ziegen mögen wohl die mitgebrachten Butterbrote der Kletterer mindestens genauso gerne, wie die Kletterer selbst.

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