Von "den Alten" können wir lernen

Jenny beim klettern im Liebethaler Grund, Sektor Scheibe

Foto: Made by my <3, CC BY-SA 3.0

Kurztrip zum Klettergarten Liebethaler Grund

Kurzentschlossen fuhren wir, gemeinsam mit einem Freund, am Sonntag, dem 26. Juni in den Liebethaler Grund.

Der Plan: Wir wollten ein paar "einfache" Routen klettern und unserem Freund das Abseilen beibringen. Der Klettergarten ist angelegt von der Ortsgruppe Pirna des Sächsischen Bergsteigerbundes (SBB).

Angekommen stiegen wir schnell in eine nette Route ein. Rienzi, eine nette V (UIAA 5-/5). Der Sandstein fühlt sich angenehm rauh an den Händen an und die Sohlen greifen gut auf dem Gestein. Irgendwie kam ich in den Flow und plötzlich war ich, ohne auch nur ein einziges Mal im Seil zu sitzen, am Umlenker angelangt. Huch, ein Flash. Es dauerte ein paar Sekunden, bis ich bemerkte, dass ich gerade die erste 5 auf der Liste flashen konnte.

Gerade als ich die Route in mein neues Tourenbuch eintragen wollte, kam ein älterer Herr daher. Er fragte freundlich, ob er mal in unseren Kletterführer sehen darf, er habe die ältere Ausgabe und möchte wissen, ob ein Fehler behoben wurde. Gerne gaben wir den Führer weiter und der nette Herr bemerkte, dass der Fehler lediglich verändert wurde, also anstelle des alten Fehlers nun ein neuer drin steckte.

Das sei aber kein Problem, er wisse ja, dass der Weg ebne nicht VIIa, sondern eher VIIc sei.

Als die beiden Seilpartner mit der Route durch waren, fragte uns der Herr, ob wir denn als nächstes den Riss daneben klettern wollten. Wir verneinte, wiesen auf unsere Unkenntnis im Rissklettern und die angegebene Schwierigkeit, immerhin VIIc, hin. Er machte mir das angebot, dass er den Riss ja vorsteigen könne und wir dann mal ausprobieren könnten, wie es so läuft. Gesagt getan, ich nahm die unbenutzte Hälfte unseres 80 Meter langen Seils und sicherte den Herrn im Vorstieg. Er stieg ein und glitt die Wand nach oben. Im Riss klemmte er, als wäre es ein leichtes. Er stieg Meter um Meter auf und als Zuschauer hatte man den Eindruck, dass er einen gemütlichen Sonntagsspaziergang macht.

Als ich ihn dann abgelassen hatte, galt es. Ich sollte die erste sein, die den Riss auch probieren sollte. Ich hatte den Herrn, der sich mir mittlerweile als R. vorstellte, genau beobachtet und versuchte nun, seine Bewegungen so gut es ging nachzuahmen. Ich kam am ersten Stück des Risses an und hatte wirklich zu kämpfen. Und, schon sass ich das erste Mal im Seil. Ein Vorteil: im Seil sitzend kann man wunderbar gucken, wo man die Füße und Hände noch so unter bekommen kann. Nach einiger Zeit hatte ich eine Idee und kam mit dieser auch gefühlt ganze 2 Zentimeter weiter nach oben, bis ich erneut im Seil sass. R. sicherte sehr eng, war mir in dieser Situation wirklich sehr entgegen kam.

Ich versuchte erneut einen anderen Plan zu entwickeln und versuchte es nun mit einer Hangel. Aber auch die war nicht von dem Erfolg gekrönt, den ich mir gewünscht hätte.

Nach einigen weiteren Malen im Seil und vielen Überlegungen, hatte ich dann doch noch eine Idee, die mich immerhin an den Rand des zweiten Rissstückes brachte. Dort versuchte ich dann, wie schon zuvor im anderen Rissstück, die Hände zu verklemmen. Jedoch diesmal mit weniger Erfolg. Der Riss war etwas breiter und es klemmte einfach nicht. Irgendwie schaffte ich es dann doch noch, einen weiteren Zug auszuführen. Meine Handgelenke schmerzten langsam aber sicher von der ungewohnten Belastung und ich entschloss, die Reise durch den Riss an dieser Stelle für den Tag abzubrechen.

R. fragte mich dann, ob ich Lust hätte ihn im Nachbarweg zu sichern. Klar, wir waren ja eh zu dritt und da hat man ja ein wenig Luft. Nachdem R. oben war, fragte er mich, ob ich den Weg auch klettern wollte. Ich bejahte und so fand ich mich dann gleich im nächsten Weg wieder. So kam es, dass ich gemeinsam mit R. an diesem Tag, nach dem Riss, noch insgesamt drei weitere Wege in den Schwierigkeiten zwischen VIIa und VIIc kletterte. In einem weiteren Weg sicherte ich ihn noch, war aber dann schon zu müde um noch weiter zu klettern.

Es war wirklich toll, mit einem erfahrenen Kletterer auch mal "schwerere" Wege auszuprobieren.

Danke R. für dieses tolle Erlebnis!

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