Sauwetter und Kletterspass

Elli am Abend

Am verganenen Wochenende waren wir mal wieder im Frankenjura unterwegs. Diesmal auf dem wunderschönen Campingplatz "Oma Eichler", dem Gasthof Eichler bei Untertrubach.

Die Lage ist unschlagbar. Zu Fuß kommt man in kurzer Zeit zu vielen umliegenden Felsen. Wir haben uns für die Ankunft am Freitag entschieden erstmal zum Zehnerstein zu wandern und dort noch schnell eine kurze Route zu klettern.

Ein imposanter, an einigen Stellen bis zu 35 Meter hoher Kalkfels, direkt gegenüber des Campingplatzes. Auf seinem Gipfel tront ein überdimensionierter Normalhaken, welcher auch eine Gipfelbuchkassete beherbergt.

Nach einem kurzen, steilen Aufstieg standen wir am Wandfuss und orientierten uns zuallererst einmal. Der rechts gelegene Teil, der uns im Führer noch sehr zugesagt hatte, sagte uns dann vor Ort weniger zu. Wir gingen nach links weiter um den Felsen und entschieden uns letztlich dafür, noch schnell in den Elliweg, einer Zwei-Sterne-Fünf einzusteigen.

Mein Vorsteiger bemerkte beim Einstieg dann schnell, dass wir bisher vermutlich noch nie wirklich speckigen Felsen unter den Füßen hatten. Und auch ich konnte kurz darauf bestätigen, dass der Einstieg sich teilweise ein wenig wie eine Eisbahn anfühlte. Ab dem dritten Haken wurde es dann wieder griffiger und angenehmer zu klettern.

Aufgrund der Dämmerung entschieden wir uns, an einem Umlenker einer benachbarten Route kehrt zu machen und den ersten Kletterabend hiermit zu beenden. Der Weg war schön, und irgednwann werde ich die Route auch noch in Gänze klettern wollen.

Sauwetter und Saufels

Der Samstag war dann leider sehr verregnet, sodass wir unsere Kletterpläne über Bord werfen mussten. So fuhren wir nach Streitberg, wo wir uns mit einer Freundin zum Picknick trafen, welches wir aufgrund des Wetters ins Auto verlegten.

Danach besichtigten wir im Schnelldurchlauf die Binghöhle in Streitberg, eine wunderschöne, recht enge Tropfsteinhöhle. Besonders interessant ist das sog. "Konradsloch", durch das die Entdecker der Höhle den damals gerade mal dreizehnjährigen Konrad hindurchsteckten umherauszufinden ob die Höhle denn dahinter weiter ginge.

Vom Höhlenausgang liefen wir dann weiter auf dem Rundwanderweg zur Ruine der Streitburg. Ein paar Schilder direkt hinter dem Eingang erklären die Geschichte der Burg. Beim Wandern im Burggelände ergeben sich wunderbare Aussichten auf das Wiesenttal.

Am Abend, zurück am Campingplatz, sind wir nocheinmal losgezogen, zum Saufels. Vor allem, um erstmal den Weg dorthin zu erkunden und uns am Fels schonmal zu orientieren.

Am Fels trafen wir noch ein paar andere Kletterer, mit denen wir kurz ins Gespräch kamen. Beim Zusehen reifte dann der Plan, dass wir am kommenden Tag, sofern das Wetter passt, hier klettern wollten. Der Fels war schon an diesem Abend nur noch an wenigen Stellen leicht feucht.

Saugeile 5er

Jenny beim Abseilen in der Scharte

Der Sonntag Morgen versprach bewölktes, aber dennnoch trockenes Wetter. So machten wir uns nach einem leckeren Kuchenfühstück (wir können die Kuchen bei Oma Eichler nur wärmstens empfehlen), auf zum Saufels. Unsere erste Route sollte das "Rennschwein Rudi Rüssel", eine 5-, sein. Der Einstieg fiel mir ungeahnt schwer. Erst im fünften oder sechsten Versuch schaffte ich es, den zweiten Zug vollständig durchzuführen. Aber dann gelang auch direkt der Durchstieg.

Mit "Schweinchen Dick", einer glatten 5, tat ich mir da wesentlich leichter. Diese Route konnte ich sogar flashen.

Nach diesen beiden zügig gekletterten Routen liefen wir zurück zum Campingplatz und holten das Klettermobil für die Rückfahrt ab.

Wir hielten nochmal unterhalb des Zehnersteins an und begaben uns nochmal auf den Zustieg. Angekommen entschieden wir uns, es noch mit der Schartenwand (Westwand), einer 5+ zu probieren.

Die Kletterei war sehr abwechslungsreich. Von Verschneidung mit viel Stützen, bis hin zu klassischer Wandkletterei war alles dabei. Der Durchstieg gelang mir leider jedoch erst im zweiten Versuch, da ich mich im ersten sehr ungünstig verkletterte und plötzlich in unwegsamem Gelände war, wo ich weder vor noch zurück kam. Beim Vorletzten Haken vor dem Umlenker musste ich in beiden Versuchen, nach dem Ausklippen wieder ein Stück zurück klettern, da ich in der Klipppositition irgendwie komisch blockieren musste und diese Position nicht lange hätte halten können. Dass das geklappt hat, hat mich sehr gefreut, da ich bis vor wenigen Monaten in solchen Situationen leider nicht den kühlen Kopf bewahrt habe und zurück geklettert bin, sondern in den meisten Fällen entweder los lies und mich ins Seil setzte, oder eben gleich stürzte.

Alles in allem war es mal wieder ein wirklich tolles Kletterwochenende und ich bin sehr zufrieden, dass ich gleich drei 5er durchsteigen konnte.

In
Tags : #Frankenjura, #100x5, #Campingplatz Oma Eichler, #Climbing, #Klettern, #2016,